Frakuke Marx Mystic Women
Frauke Marx - Miscellaneous
Frauke Marx - LandscapesFrauke Marx - Vegetation
Frauke Marx - Sketches
Frauke Marx - AnimalsFrauke Marx - Portraits
Frauke Marx - People
Frauke Marx - Act


 

Ein kleiner, unstrukturierter Gedankenfeldzug zum Thema Philosophie und Malerei

Die Malerei ist ein Stiefkind der Philosophie und das zurecht. Ästethik, das Wesen von Zeichen und Deutungen, Kunst, Schönheit als solches wurden gerne auf ihren Grund hin existentiell untersucht, doch die Malerei bleibt aussen. Anna Maria Kewanie meint in ihrer Abhandlung über die Philosophie der Malerei bei Jaques Derrida: "Das was sich sehen lässt, kann noch lange nicht gesagt werden und umgekehrt kann auch Diskursivität nicht bruch- und restlos in Visualität überführt werden."

Doch ist es das alleinige Ziel das Gesehene in Sprache auszudrücken? Meine Lehrerin Bea Emsbach meinte zum Ende meiner Ausbildung: "Der Künstler muss seine Bilder nicht erklären!" Dieser Satz läutete ein Aufatmen im rationalen Teil meiner Seele ein. Einerseits steht da der Künstler der in seinem Tun oft alles andere als genau das bezweckt, was Heidegger über Kunst sagt: "Im Werk der Kunst hat sich die Wahrheit des Seienden ins Werk gesetzt." Und doch geschieht es.

Interessant ist die These, dass auf der einen Seite das Ding an sich existiert. Die Leinwand, die Farbe auf der anderen Seite der Betrachter der dem materiellen Äusseren einen "Sinn" gibt indem er sich dazu entscheidet, den Farbklecksen eine Gewichtigkeit zu geben.

Ein beliebter Vergleich in der Bildtheorie ist das kindliche (und oft noch erwachsene) "Wolkenschauen". Eine Möglichkeit ist nun zwischen den verschiedenen Wolkenformationen, ihren Wassertröpfchenmasse, den Windströmungen, der Färbung zu unterscheiden, eine andere phantasievolle und märchenhafte Kreaturen und Gestalten den Wolkengebilden zu entnehmen.

Diese Entscheidung trifft einzig und alleine der Betrachter!

Oft sitzen wir in unseren kleinen Höhlen und deuten als unsere alleinige Realität die Schatten, die vom Höhlenfeuer an die Wand geworfen werden, so wie Platon es in seinem "Höhlengleichnis" formuliert:

"die durch das Gesicht uns erscheinende Region [musst du] der Wohnung im Gefängnisse gleichsetzen und den Schein von dem Feuer darin der Kraft der Sonne; und wenn du nun das Hinaufsteigen und die Beschauung der oberen Dinge setzt als den Aufschwung der Seele in die Gegend der Erkenntnis, so wird dir nicht entgehen, was mein Glaube ist, da du doch dieses zu wissen begehrst." (POLITEIA VII)

Und genau an dieser Stelle liegt die Faszination, liegt der verbindende Punkt, der Philosophie so einfach mit Malerei verbinden lässt.

In Wikipedia steht:

Philosophia - die Liebe zur Weisheit (Wissen) - ist der Versuch, die Welt und die menschliche Existenz zu deuten und zu verstehen. Sie unterscheidet sich von den einzelnen Wissenschaften dadurch, dass sie sich nicht durch einen begrenzten Gegenstandsbereich charakterisieren lässt.

Malerei als Kommunikationsmittel, als Methode, als Versuch die menschliche Existenz zu deuten und zu verstehen? Oder eher Malerei als Fingerzeig auf sich selbst, als ein weiteres Kalkül im zwischenmenschlichen Aufeinander-zu oder auch -weg_bewegen. Als MÖGLICHKEIT der Wahrnehmung, dass es eben nicht nur den einen, wahren Blickwinkel gibt?

"Philosophie ist die Wissenschaft, über die man nicht reden kann, ohne sie selbst zu betreiben." (Carl Friedrich von Weizsäcker, Die Einheit der Natur, 1971)

Fragen über Fragen. Das wunderbare an diesen Gedankenspielen ist, dass wenn eine Frage beantwortet, es sich im selben Moment viele andere auftun. Ein Prozess - ein auf_dem_weg_sein.

Doch halt! Genug der Gedankenkonstruktionen, wie sinnvoll oder unsinnig diese auch immer sein mögen. Und so schließe ich mich den Worten von Goethe an:

"Maler, halt’s Maul und male!"

 

 
Design by: Event Horizon
All images, graphics and content on these pages are ©Marx Frauke 2009. All rights reserved.